Home » Fachkräfte halten statt verlieren – wie Fahrzeugumbauten Berufserhalt ermöglichen
Behindertengerechte Fahrzeugumbauten gegen Fachkräftemangel, umgebaute Arbeitsmaschinen, Sodermanns

Dem Fachkräftemangel durch behindertengerechten Fahrzeugumbau entgegenwirken

Fachkräftemangel trifft Realität: Wenn Arbeitsplätze unnötig verloren gehen

Der Fachkräftemangel ist längst kein Zukunftsthema mehr. In fast allen Branchen fehlen qualifizierte Mitarbeitende – vom Handwerk über Logistik und kommunale Dienstleistungen bis zu technischen Berufen. Unternehmen suchen händeringend Personal, während wertvolles Know-how verloren geht.

Oft übersehen wird: Ein Teil dieses Fachkräfteverlusts ist vermeidbar. Viele erfahrene Arbeitnehmer:innen scheiden nicht aus, weil sie ihren Beruf nicht mehr ausüben könnten, sondern aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen – sei es durch Krankheit, Unfall oder dauerhafte Einschränkungen. Besonders problematisch wird es, wenn Fahrzeuge für den Arbeitsweg, Dienstfahrten oder Maschinenbedienung zentral sind. Ohne Anpassungen droht der Verlust des Arbeitsplatzes – trotz vorhandener Qualifikation, Erfahrung und Motivation.

Mit behindertengerechten Fahrzeugumbauten und passenden Förderungen im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben können viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Mitarbeitende bleiben beruflich aktiv, Unternehmen sichern ihre Fachkräfte, und der Fachkräftemangel wird an einer entscheidenden Stelle entschärft. Berufserhalt wird so nicht nur zu einer individuellen Erfolgsgeschichte, sondern auch zu einem strategischen Beitrag zur Fachkräftesicherung – Mobilität ist dabei der Schlüssel.

Fachkräftemangel durch behindertengerechten Fahrzeugumbau reduzieren, Ratgeber, Rollstuhl, Sodermanns

Fachkräfte halten statt verlieren – Teilhabe am Arbeitsleben als Lösungsansatz

Beim Thema Fachkräftemangel liegt der Fokus oft auf Ausbildung, Nachwuchsgewinnung oder Zuwanderung. Diese Maßnahmen sind wichtig – greifen aber zu kurz, wenn qualifizierte Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen das Arbeitsleben verlassen müssen. Teilhabe am Arbeitsleben setzt genau hier an.

Ziel ist es, Arbeitsfähigkeit zu erhalten, Arbeitsplätze zu sichern und berufliche Perspektiven fortzuführen. Dabei steht der Mensch mit seinen Fähigkeiten im Mittelpunkt – nicht die Einschränkung. Praktisch bedeutet das:

  • vorhandene Arbeitsplätze anzupassen, statt sie aufzugeben
  • berufliche Erfahrung zu erhalten, statt sie zu ersetzen
  • Fachkräfte zu binden, statt neue suchen zu müssen

Gerade bei gesundheitlichen Einschränkungen zeigt sich, wie wirksam dieser Ansatz ist: Häufig scheitert der Verbleib im Beruf nicht an der Tätigkeit selbst, sondern an Rahmenbedingungen wie Mobilität. Wer auf ein Fahrzeug angewiesen ist, braucht Lösungen, die selbstständige Nutzung ermöglichen.

Ein zentrales Instrument ist die Kraftfahrzeughilfe. Sie unterstützt, wenn ein Fahrzeug für die berufliche Tätigkeit notwendig ist, aber aufgrund einer Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkung nicht mehr genutzt werden kann. Gefördert werden unter anderem:

  • behindertengerechte Fahrzeugumbauten, die eine sichere und selbstständige Nutzung erlauben
  • technische Bedienhilfen, wie z. B. Multifunktionslenkraddrehknäufe oder Handbediengeräte
  • Anpassungen an Arbeits- und Nutzfahrzeugen, etwa im gewerblichen oder kommunalen Einsatz
  • in bestimmten Fällen auch Fahrzeuge selbst, sofern diese zwingend erforderlich sind
Individuelle Beratung, Arbeiten mit Handicap im Rollstuhl, DTS, Sodermanns

Für viele Menschen ist Mobilität eine Selbstverständlichkeit. Im beruflichen Alltag entscheidet sie jedoch häufig darüber, ob eine Tätigkeit weiterhin ausgeübt werden kann oder nicht. Gerade dann, wenn gesundheitliche Einschränkungen hinzukommen, wird deutlich, wie eng Arbeitsfähigkeit und Mobilität miteinander verknüpft sind.

Die Teilhabe am Arbeitsleben greift genau an diesem Punkt ein. Sie verfolgt das Ziel, Menschen trotz gesundheitlicher Einschränkungen im Erwerbsleben zu halten oder ihnen die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Dabei steht nicht die Einschränkung im Vordergrund, sondern die Frage:

Welche Unterstützung ist notwendig, damit die berufliche Tätigkeit weiterhin ausgeübt werden kann?

Ein zentrales Instrument innerhalb dieser Förderung ist die Kraftfahrzeughilfe.

Kraftfahrzeughilfe: Wenn Mobilität berufliche Teilhabe ermöglicht

Behindertengerechter-Fahrzeugumbau-gegen-Fachkraeftmangel, Sodermanns

Entscheidend ist dabei immer der berufliche Bezug. Die Förderung setzt dort an, wo ohne die Anpassung die berufliche Tätigkeit nicht oder nur eingeschränkt möglich wäre.

Wer fördert die Kraftfahrzeughilfe?

Je nach persönlicher und beruflicher Situation kommen unterschiedliche Leistungsträger infrage:

  • Deutsche Rentenversicherung (DRV)
    Wenn bereits eine längere Erwerbstätigkeit bestanden hat und durch Krankheit oder Unfall eine Einschränkung eingetreten ist.
  • Bundesagentur für Arbeit
    Insbesondere bei drohendem Arbeitsplatzverlust, beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben oder bei kürzerer Vorbeschäftigung.

Beide verfolgen ein gemeinsames Ziel:
Berufserhalt vor Berufsausstieg – und damit die Sicherung von Fachkräften.

Kraftfahrzeughilfe als Beitrag zur Fachkräftesicherung

Gerade im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel zeigt sich die Bedeutung der Kraftfahrzeughilfe besonders deutlich. Statt qualifizierte Mitarbeitende zu verlieren, können Arbeitsplätze erhalten und berufliche Perspektiven fortgeführt werden.

Für Arbeitgeber bedeutet das:Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet es:
🧠 Erhalt von Erfahrung und Fachwissen📝 Selbstständigkeit im Berufsalltag
🚫 Vermeidung von langen Ausfallzeiten🔒 Sicherheit des Arbeitsplatzes
✅ geringerer Aufwand im Vergleich zu Neubesetzungen oder Umschulungen📈 aktive Teilhabe statt beruflichem Rückzug

Frühzeitige Beratung als Erfolgsfaktor

Ein entscheidender Punkt für eine erfolgreiche Umsetzung ist der frühzeitige Austausch mit allen Beteiligten – Betroffene, Arbeitgeber, Kostenträger und Fachbetriebe für Fahrzeugumbauten.
Je früher der Bedarf erkannt und beantragt wird, desto besser lassen sich:

  • Fahrzeug
  • Umbau
  • berufliche Anforderungen

aufeinander abstimmen. In vielen Fällen kann so eine Unterbrechung der beruflichen Tätigkeit vermieden werden.

Fahrzeugumbau in der Praxis: Berufserhalt durch individuelle Lösungen

Wie wirkungsvoll Teilhabe am Arbeitsleben und Kraftfahrzeughilfe sein können, zeigt sich vor allem in der Praxis. Denn hinter jeder Förderung steht eine konkrete berufliche Tätigkeit – und ein Mensch, der seinen Beruf trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiter ausüben möchte.

Fahrzeugumbauten sind dabei niemals Lösungen „von der Stange“. Sie orientieren sich stets an drei zentralen Faktoren:

  • den individuellen körperlichen Voraussetzungen,
  • den Anforderungen des jeweiligen Berufs
  • und dem konkreten Einsatzbereich des Fahrzeugs.

Ob schweres Nutzfahrzeug, kommunales Arbeitsgerät oder alltägliches Fahrzeug für den Weg zur Arbeit: Entscheidend ist, dass das Fahrzeug so angepasst wird, dass es sicher, selbstständig und dauerhaft genutzt werden kann.

Vom Spezialfahrzeug bis zum Alltagsauto: Die Bandbreite der Umbauten

Die folgenden Beispiele zeigen, wie vielfältig Kraftfahrzeughilfe in der Praxis umgesetzt wird. Sie reichen von speziell umgebauten Arbeitsfahrzeugen bis hin zu alltäglichen Fahrzeugen, die behindertengerecht für Selbstfahrer angepasst wurden.

Dabei wird deutlich:
Berufserhalt ist nicht auf bestimmte Branchen beschränkt. Er findet dort statt, wo Menschen arbeiten – im Fernverkehr ebenso wie im kommunalen Bereich, in der Grünpflege oder im mobilen Arbeitsalltag.

Arbeitsfahrzeuge im gewerblichen und kommunalen Einsatz

In vielen Berufen ist das Fahrzeug selbst ein zentrales Arbeitsmittel. Ohne die Möglichkeit, dieses Fahrzeug zu bedienen, ist die Tätigkeit nicht mehr ausführbar.

Behindertengerechte Umbauten ermöglichen hier unter anderem:

  • die sichere Bedienung von LKW im täglichen Einsatz,
  • den Einsatz von Kommunal- und Nutzfahrzeugen,
  • das Arbeiten mit Maschinen und Spezialfahrzeugen.

Durch gezielte Anpassungen wie Multifunktionslenkraddrehknäufe, angepasste Lenksäulen oder Handbediengeräte wird die Nutzung dieser Fahrzeuge wieder möglich – und damit auch die Weiterbeschäftigung im bisherigen Beruf.

Behindertengerechte Avant Arbeitsmaschine, Rollstuhlumbau, Sodermanns

Alltagsfahrzeuge als Voraussetzung für berufliche Mobilität

Nicht nur Arbeitsfahrzeuge selbst, sondern auch der Weg zur Arbeit entscheidet darüber, ob eine Beschäftigung fortgeführt werden kann. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein Pkw oder Transporter unverzichtbar, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen oder im beruflichen Alltag mobil zu sein.
Behindertengerecht umgebaute Alltagsfahrzeuge – etwa Vans oder Kleinbusse – ermöglichen:

  • die selbstständige Fahrt zum Arbeitsplatz,
  • die Ausübung mobiler Tätigkeiten,
  • den Erhalt der beruflichen Selbstständigkeit.

Auch diese Umbauten können im Rahmen der Kraftfahrzeughilfe gefördert werden, wenn sie für die berufliche Teilhabe erforderlich sind.

Einheitlicher Ansatz – individuelle Umsetzung

So unterschiedlich die Fahrzeuge und Einsatzbereiche auch sind, eines haben alle Umbauten gemeinsam:
Sie sind individuell geplant, technisch präzise umgesetzt und eng mit den beruflichen Anforderungen abgestimmt.

Die folgenden Umbaubeispiele zeigen konkret:

  • welche technischen Lösungen eingesetzt wurden,
  • wie die Förderung im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben genutzt wurde,
  • und wie dadurch Arbeitsplätze erhalten und Fachkräfte im Berufsleben gehalten werden konnten.

Die nachfolgenden fünf Beispiele zeigen, wie behindertengerechte Fahrzeugumbauten in der Praxis aussehen – vom LKW über Sonderfahrzeuge bis hin zu Alltagsfahrzeugen für Selbstfahrer.

MAN TGX – Berufserhalt trotz Unterarmamputation

Für viele Berufe ist Mobilität nicht nur eine Voraussetzung, sondern das zentrale Arbeitsmittel. Besonders deutlich wird dies im Fernverkehr: LKW-Fahrerinnen und -Fahrer sind auf die selbstständige Bedienung ihres Fahrzeugs angewiesen. Wenn durch einen Unfall oder eine gesundheitliche Einschränkung diese Mobilität verloren geht, droht häufig der Verlust des Arbeitsplatzes.

Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie technische Anpassungen diesen Berufsweg sichern können. Ein MAN TGX Sattelschlepper wurde für einen Fahrer umgebaut, der auf der rechten Seite eine Unterarmamputation erlitten hatte. Ohne den Umbau wäre die selbstständige Bedienung des Fahrzeugs nicht mehr möglich gewesen.

Behindertengerechte MAN Umbauten, MAN TGS für Selbstfahrer, LKW umgebaut mit MFD, Sodermanns

Die technische Lösung: Multifunktionslenkraddrehknauf (MFD)

Zentrales Element des Umbaus ist der Multifunktionslenkraddrehknauf (MFD). Dieses Gerät ermöglicht es, alle wichtigen Sekundärfunktionen des LKW einhändig zu bedienen – darunter:

  • Blinker
  • Hupe
  • Scheibenwischer
  • Licht und andere essentielle Bedienelemente

Der Drehknauf ist ergonomisch auf die verbleibende Hand abgestimmt und erlaubt es, dass der Fahrer auch während der Fahrt alle Funktionen sicher und komfortabel steuern kann.

Dank des Umbaus kann der Fahrer seinen MAN TGX wieder vollständig selbstständig bedienen. Er ist in der Lage, seine Arbeit wie gewohnt auszuführen, inklusive der komplexen Aufgaben, die ein moderner Sattelschlepper im Fernverkehr erfordert.

Der Umbau zeigt eindrucksvoll: Mit gezielter technischer Unterstützung ist es möglich, Arbeitsplätze auch nach schweren Unfällen zu erhalten. Der Fahrer bleibt beruflich aktiv, das Unternehmen behält eine erfahrene Fachkraft, und der Fachkräftemangel wird an einer entscheidenden Stelle entschärft.

Kubota RTV-X1110-NTW – Mobilität im betrieblichen Alltag sichern

Nicht nur LKW, sondern auch kleinere Nutzfahrzeuge spielen im beruflichen Alltag eine zentrale Rolle. Ein Kubota RTV-X1110-NTW wurde für einen schwerbehinderten Mitarbeiter umgebaut, damit er weiterhin sicher im Betrieb eingesetzt werden kann.

Zentrales Element des Umbaus ist wie beim MAN TGX der Multifunktionslenkraddrehknauf (MFD). Damit lassen sich alle wichtigen Sekundärfunktionen des Fahrzeugs einhändig bedienen, während die Fahrt sicher durchgeführt wird.

Dank dieser Anpassung kann der Mitarbeiter weiterhin selbstständig das Transportfahrzeug nutzen und seine täglichen Aufgaben im Betrieb erfüllen – ein Beispiel dafür, wie gerade technische Lösungen einfache, aber wirkungsvolle Unterstützung bieten und berufliche Teilhabe ermöglichen.

Fachkräftemangel durch behindertengerechten Fahrzeugumbau reduzieren, Kubota RTV-X1110-NTW mit Multifunktionslenkraddrehknauf, Sodermanns

Husqvarna Aufsitzrasenmäher – Arbeiten mit Maschinen trotz körperlicher Einschränkung

Nicht in jedem Beruf steht ein Pkw oder LKW im Mittelpunkt. Gerade in der Grünpflege, im kommunalen Bereich oder im Facility Management sind Maschinen und Arbeitsgeräte das zentrale Arbeitsmittel. Kann ein solches Gerät nicht mehr bedient werden, ist die berufliche Tätigkeit oft vollständig gefährdet.

Ein Beispiel dafür ist ein Husqvarna Aufsitzrasenmäher, der im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben behindertengerecht umgebaut wurde, um einem Mitarbeiter weiterhin den Einsatz im Arbeitsalltag zu ermöglichen.

Individuelle Anpassungen für sichere Bedienung

Der Umbau des Aufsitzrasenmähers wurde gezielt auf die körperlichen Voraussetzungen des Nutzers und die Anforderungen der täglichen Arbeit abgestimmt. Um eine sichere und ergonomische Nutzung zu gewährleisten, wurden mehrere Anpassungen kombiniert:

  • Knickbare und verlängerte Lenksäule, um eine ergonomische Sitz- und Bedienposition zu ermöglichen
  • Handbediengerät für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt, sodass die Fahrtrichtung ohne Fußbedienung gesteuert werden kann
  • Lenkraddrehknauf, der das präzise Lenken mit einer Hand erleichtert

Diese Kombination ermöglicht es, den Aufsitzrasenmäher auch bei körperlichen Einschränkungen kontrolliert, sicher und dauerhaft einzusetzen.

Aufsitzrasenmäher mit Handbediengerät, Bremsen und Beschleunigen ohne Füße, Sodermanns

Dank der technischen Anpassungen kann der Mitarbeiter weiterhin im Bereich der Grünpflege tätig sein und die Maschine selbstständig bedienen. Der Umbau stellt sicher, dass die Arbeit nicht auf andere Tätigkeiten beschränkt oder aufgegeben werden muss, sondern im gewohnten Aufgabenfeld erfolgen kann.

Dieses Beispiel zeigt besonders deutlich, wie wichtig individuelle Lösungen sind. Nicht immer reicht eine einzelne Anpassung aus – oft ist es das Zusammenspiel mehrerer technischer Maßnahmen, das berufliche Teilhabe ermöglicht.

Gerade in handwerklichen und dienstleistungsnahen Bereichen ist qualifiziertes Personal schwer zu finden. Der behindertengerechte Umbau von Maschinen wie Aufsitzrasenmähern trägt dazu bei, Arbeitskraft, Erfahrung und Routine im Betrieb zu halten.

Damit wird klar:
Teilhabe am Arbeitsleben bedeutet nicht nur Mobilität im Straßenverkehr, sondern auch die Anpassung von Arbeitsmitteln, damit Menschen trotz Einschränkungen weiter aktiv am Berufsleben teilnehmen können.

Alltagsfahrzeuge für Selbstfahrer – berufliche Teilhabe beginnt oft auf dem Weg zur Arbeit

Teilhabe am Arbeitsleben wird häufig mit speziell umgebauten Arbeitsmaschinen, Nutzfahrzeugen oder LKW in Verbindung gebracht. Dabei entscheidet sich der Verbleib im Beruf oft an einer viel früheren Stelle: auf dem Weg zur Arbeit.

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist ein Fahrzeug notwendig, um den Arbeitsplatz überhaupt erreichen zu können – sei es aufgrund von Schichtarbeit, wechselnden Einsatzorten oder fehlender Alternativen im öffentlichen Nahverkehr. Wenn gesundheitliche Einschränkungen die selbstständige Nutzung eines Fahrzeugs unmöglich machen, ist der Arbeitsplatz schnell gefährdet – auch dann, wenn die eigentliche Tätigkeit weiterhin ausgeübt werden könnte.

Genau hier setzen behindertengerechte Umbauten von alltäglichen Fahrzeugen an.

Behindertengerechter Umbau für Selbstfahrer

In mehreren Fällen wurden Fahrzeuge wie ein Peugeot Traveller und ein VW T6 behindertengerecht umgebaut, um den betroffenen Personen die selbstständige Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen. Beide Fahrzeuge wurden für Selbstfahrer angepasst und im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben durch die Deutsche Rentenversicherung oder die Bundesagentur für Arbeit bezuschusst.

Die Umbauten wurden individuell auf die jeweiligen körperlichen Voraussetzungen abgestimmt und ermöglichen:

  • die sichere und selbstständige Nutzung des Fahrzeugs,
  • den eigenständigen Arbeitsweg,
  • die Fortführung der beruflichen Tätigkeit ohne fremde Hilfe.
Alltägliche Fahrzeugumbauten gegen Fachkräftemangel, Selbstfahrerumbau VW T6 und Peugeot Traveller, Sodermanns

Mobilität als Grundlage beruflicher Selbstständigkeit

Diese Beispiele zeigen, dass Teilhabe am Arbeitsleben nicht zwangsläufig an die direkte Ausübung der Arbeit mit einem Fahrzeug gekoppelt sein muss. Oft reicht es aus, die Mobilität zum Arbeitsplatz sicherzustellen, um den Beruf langfristig erhalten zu können.

Behindertengerechte Umbauten an Alltagsfahrzeugen sind damit ein ebenso wichtiger Bestandteil der Kraftfahrzeughilfe wie Anpassungen an LKW oder Maschinen. Sie verhindern, dass qualifizierte Fachkräfte allein aufgrund fehlender Mobilität aus dem Berufsleben ausscheiden.

Bedeutung für Arbeitgeber und Fachkräftesicherung

Für Arbeitgeber ist diese Form der Unterstützung häufig mit geringem organisatorischem Aufwand verbunden, hat aber eine große Wirkung. Mitarbeitende bleiben selbstständig, zuverlässig erreichbar und dauerhaft einsatzfähig.

Damit wird deutlich:

Teilhabe am Arbeitsleben beginnt nicht erst am Arbeitsplatz – sie beginnt oft schon mit der Frage, wie jemand morgens zur Arbeit kommt.

Ausgleichsabgabe: Arbeitgeber profitieren von Förderungen

Unternehmen, die nicht ausreichend schwerbehinderte Menschen beschäftigen, sind nach § 71 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX verpflichtet, eine Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt zu zahlen. Die gesetzliche Mindestquote liegt bei 5 % der Arbeitsplätze. Jeder Arbeitsplatz, der durch Maßnahmen der Teilhabe am Arbeitsleben besetzt oder erhalten wird – etwa durch behindertengerechte Fahrzeugumbauten – entlastet Arbeitgeber von dieser Abgabe und sichert zugleich qualifizierte Fachkräfte.

Das zeigt: Die Investition in technische Hilfen und Umbauten ist kein reiner Kostenfaktor, sondern eine strategische Maßnahme, die sowohl Arbeitsplätze erhält als auch finanzielle Vorteile bringt – eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende.

Fazit: Fachkräfte sichern durch Teilhabe

Fachkräftemangel ist eine reale Herausforderung – doch viele Arbeitsplätze können erhalten werden, wenn Mobilität und Arbeitsfähigkeit trotz gesundheitlicher Einschränkungen gesichert werden. Die Teilhabe am Arbeitsleben und die Kraftfahrzeughilfe ermöglichen genau das: von LKW über Nutzfahrzeuge bis hin zu Alltagsfahrzeugen werden individuelle Lösungen geschaffen, die berufliche Selbstständigkeit erhalten.

Für Arbeitgeber heißt das: Erfahrung und Know-how bleiben im Unternehmen, Ausfallzeiten und Neubesetzungen werden vermieden. Für Arbeitnehmer:innen bedeutet es: Selbstständigkeit, Sicherheit und Perspektiven im Berufsalltag.

Behindertengerechte Fahrzeugumbauten sind damit kein Sonderweg, sondern ein praktischer Beitrag zur Fachkräftesicherung, der Inklusion und Wirtschaftlichkeit zugleich stärkt.

Wir beraten Sie gerne!

Nach oben scrollen